Kadu Qelqele-zan: Der kugelnde Kürbis

Erleben Sie das humorvolle Märchen von der klugen Großmutter, die hungrige Raubtiere überlistet. Mit List und einem rollenden Kürbis findet sie ihren Weg nach Hause. Ein persischer Klassiker!

Kadu Qelqele-zan: Der kugelnde Kürbis

Quelle der Geschichte: Persische Volksmärchen
Lehre der Geschichte: Mit List und Schlagfertigkeit kann man selbst den furchterregendsten Gefahren entkommen.

Es war einmal eine alte Großmutter, so dünn und schwach wie ein wehendes Schilfrohr, die in einem einsamen Bergthal lebte. Als ein großes Fest herannahte, sehnte sie sich so sehr danach, ihre Tochter zu besuchen, die weit hinter den Bergen wohnte. Also packte sie ihr Bündel und machte sich auf den mühsamen Weg.

Doch ach, du meine Güte! Mitten im tiefen Wald sprangen nacheinander ein hungriger Wolf, ein grimmiger Kaspischer Tiger und ein furchteinflößender Löwe mit gesträubter Mähne hervor! Sie alle wollten die arme Oma fressen. Aber glaubst du, sie hatte Angst? Oh nein, meine Kleinen, unsere kluge Großmutter blinzelte nicht einmal mit der Wimper! Sie sagte ganz verschmitzt zu den Bestien:

„Ach, ihr lieben Tiere, schaut mich doch an. Ich bestehe doch nur aus Haut und Knochen, da ist gar nichts dran zum Beißen! Ich gehe jetzt zu meiner Tochter und werde dort eine Woche lang köstliche, fettige Festspeisen essen, bis ich kugelrund und pummelig bin. Wenn ich zurückkomme, dann könnt ihr mich fressen!“

Die dummen Raubtiere leckten sich die Mäuler und dachten: „Na, das ist ja ein prächtiger Plan!“, und ließen sie ziehen.

Bei ihrer Tochter angekommen, ließ es sich die Großmutter eine Woche lang so richtig gut gehen und wurde tatsächlich kugelrund. Aber als der Tag der Heimreise kam, zitterten ihr die Knie vor Angst vor dem Löwen und dem Tiger. Doch ihre Tochter war genauso schlau wie die Mama! Sie kaufte einen riesigen Kürbis, höhlte ihn aus und versteckte die Großmutter darin.

Dann schubste die Tochter den Kürbis den Hang hinunter, und er rollte mit einem lauten „Kuller-kuller, Qelqele, Qelqele!“ den Bergpfad hinab. Als die wilden Tiere den seltsamen Kürbis anhielten und fragten, ob er eine dicke alte Frau gesehen hätte, sang die Großmutter vergnügt aus ihrem Versteck:

„Ich bin nur ein Kürbis, der ganz von alleine kullert, von so einer Frau habe ich nie gehört und sie auch nie gesehen!“

Die Tiere waren völlig verdutzt und ließen den singenden Kürbis passieren. So rollte die Großmutter gemütlich an ihren Nasen vorbei bis nach Hause und lebte dort glücklich und zufrieden.