Mah Pishani: Das Mädchen mit dem Mond auf der Stirn

Entdecke Mah Pishani, das zauberhafte persische Märchen über ein Mädchen mit reinem Herzen. Trotz der Bosheit ihrer Stiefmutter erstrahlt Mah Pishanis Stirn durch magische Hilfe wie der Sichelmond. Eine Geschichte über die Kraft der Güte, die am Ende stets siegt.

Mah Pishani: Das Mädchen mit dem Mond auf der Stirn

Quelle der Geschichte: Persische Volksmärchen
Lehre der Geschichte: Ein gütiges Herz und Geduld werden am Ende stets mit hellem Glanz belohnt.

Es war einmal, vor langer, langer Zeit, ein wunderschönes Mädchen, das ein Herz so rein und weich wie Seide hatte. Ach, mein Kind, sie war so liebenswert! Aber leider hatte das arme Ding ihre leibliche Mutter verloren. Nun musste sie bei ihrer bösen Stiefmutter 'Molla Baji' und einer sehr neidischen Stiefschwester leben. Die Stiefmutter war wirklich garstig und behandelte das gute Mädchen wie eine niedere Magd in der Küche. Oje, die Ärmste musste den ganzen Tag schuften!

Doch dann geschah etwas ganz Wunderbares, kannst du dir das vorstellen? Ihre verstorbene Mutter kehrte zurück, aber nicht als Mensch, sondern als eine 'gelbe Kuh'. Bei den Persern gilt so ein Tier als heilig und voller Segen. Immer wenn Mah Pishani traurig oder einsam war, half ihr die Kuh heimlich. Aber die Stiefmutter, die Augen wie ein Luchs hatte, bemerkte das bald und heckte einen grausamen Plan aus, um die arme gelbe Kuh zu schlachten.

Als das Mädchen bitterlich weinte, erschien plötzlich 'Div', ein riesiger Geist mit Hörnern auf dem Kopf, der aber ein sehr gütiges Herz besaß. Er flüsterte ihr zu:

„Mein liebes Kind, wenn die Stiefmutter dir das Fleisch der Kuh gibt, dann iss keinen einzigen Bissen davon. Sammle stattdessen alle Knochen sorgfältig und vergrabe sie tief in der Erde.“

Mah Pishani tat genau das, was der Riese ihr gesagt hatte. Sie unterdrückte ihre Tränen, rührte das Fleisch nicht an und begrub die Knochen ihrer Mutter voller Liebe im Boden.

Und siehe da! Aus den vergrabenen Knochen entsprang eine geheimnisvolle, magische Kraft, die Mah Pishani von nun an beschützte. Eines Tages schickte die Stiefmutter das Mädchen weit weg, um Wasser zu holen. Dort tauchte Mah Pishani ihren Körper in einen kristallklaren, magischen Fluss. Als sie aus dem Wasser stieg – hach, was für ein Wunder! – erstrahlte auf ihrer Stirn ein wunderschönes Muster, hell und glänzend wie der Sichelmond am Nachthimmel!

Die neidische Stiefschwester hörte davon und rannte sofort zum Fluss, um es ihr nachzutun. Aber wegen ihres boshaften Wesens bekam sie keinen schönen Mond, sondern eine hässliche Schlange wuchs auf ihrer Stirn. Was für ein Schreck!

Schließlich verbreitete sich die Kunde von der wunderschönen Mah Pishani mit dem Mond auf der Stirn bis weit in den königlichen Palast hinein. Nach vielen Abenteuern fand ein prächtiger Prinz das Mädchen und nahm Mah Pishani zu seiner Frau. Von diesem Tag an war Mah Pishani frei von aller Not und lebte glücklich und zufrieden bis an ihr Ende.